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    Ausstellung: Geschichte der Kirchenmusik

    Wann:
     
    17. April - 24. April 2016
    Kategorie:
     
    Ausstellung
    Ort:
     
    Eibau Faktorenhof
    Veranstalter:
     
    Heimatmuseum Eibau
    Die Ausstellung reiht sich ein in die Veranstaltungen zum 500 jährigen Jubiläum der Reformation in Deutschland im Jahre 2017. Die Reformation und deren Auswirkungen schufen die Voraussetzungen für die wirtschaftliche und geistig-kulturelle sowie geistliche Entwicklung in der Oberlausitz.

    Nach dem 30jährigen Krieg waren auch durch den Zuzug von Exulanten aus Böhmen größere und vor allem protestantische Kirchengebäude notwendig geworden.
    Mit dem Bau der Eibauer Kirche in den Jahren 1703 bis 1707 begann im Ort eine umfang-reiche Bautätigkeit unter dem Einfluss des ländlichen Barock. Handelsleute, sogenannte Faktoren bzw. Verleger, welche die gewebte Leinwand bis nach Übersee exportierten und den Weberfamilien Lohn und Brot gaben, ließen sich stattliche Herrenhäuser und ein entsprechendes Gotteshaus errichten.
    Mit festlicher Kirchenmusik wurden die Gottesdienste ausgestaltet. In vielen Gemeinden der Oberlausitz gab es neben dem Sängerchor auch schon Kirchenorchester mit Streich-, Holz- und Blechblasinstrumenten.
    Bestandteil der Kirchenorchester waren die sog. Kirchenposaunen in der besonderen Besetzung Sopran-, Alt-, Tenor- und Baßposaune die den Chorgesang unterstützen, den Gemeindegesang begleiteten und außerhalb der Kirche musizierten. (z.B. Beerdigungen oder Grußblasen zu Festzeiten) Sie gelten damit als die Vorfahren der heutigen Posaunenchöre, die um 1860 gegründet wurden allerdings in chorischer Besetzung im Rahmen der Jungmännervereine. Der Eibauer Posaunenchor im heutigen Sinne wurde 1858 gegründet.

    Für Eibau sind Musikinstrumente zum Gebrauch in der Kirchgemeinde bereits 1765 nachweisbar. Zu Ostern 1765 wurde in der Kirchenmusik in Eibau das Notensingen eingeführt. Das Vorhandensein einer Schenkungsurkunde über den Zugang von Musikinstrumenten in der Kirchengemeinde Eibau aus dem Jahre 1765, ein Satz Naturtrompeten sowie zweier Kesselpauken sind zentrale Exponate der Ausstellung.
    Die Tradition der oben genannten Kirchenposaunen ist nur in der Oberlausitz bekannt.
    Die Musikwissenschaft hat dieses Phänomen des Laienmusizierens auf dem Lande bisher kaum beachtet. Mit der Ausstellung in Eibau soll das geändert werden.

    Auf diese Zusammenhänge möchte die Ausstellung hinweisen und gleichzeitig neugierig machen auf die Regionalgeschichte und ihre örtlichen Besonderheiten.
    Die erste Führung mit den Gästen der Eröffnung.

     
     
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